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Warum positives Denken nicht immer hilft! 

Fällt dir in diesen Zeiten ein zuversichtlicher Blick in die Zukunft schwer? 

Da hat 2022 so vielversprechend begonnen: 2021, mit all seinen Schrecken und Beengungen war endlich vorbei und voller Elan haben wir uns auf das neue, frische Jahr gefreut. 

Und dann das: Der Alltag erscheint auf einmal nur noch grau und manche fühlen vielleicht eine Art Weltschmerz. 

In Social Media begegnen dir dann  tagein-tagaus Mutmach-Posts, Optimismus-versprechenden Affirmationen und Tipps und Tricks: 

Denke Positiv! Male dir deine Zukunft so aus, wie du sie jetzt schon leben willst! (Stichwort „Law of Attraction“)

Sei High Vibe und du bekommst alles, was du dir wünscht! 

Okay, da ist auch etwas dran. 

Sich mit den eigenen Wünschen zu befassen ist wichtig für das eigenen Wohlbefinden! 

Und als passionierte Optimistin (ich kann gar nicht anders 😅, ich seh’ das Glas nicht halbvoll, sondern ich seh’ gar nicht erst, dass es ein begrenztes Glas gibt!) weiß ich, wie wichtig dieser Optimismus und auch zuversichtliche Blick in die Zukunft ist. Nicht nur um persönliche Ziele zu erreichen, sondern vor allem auch, um die innere Resilienz zu stärken. Als Psychologin finde ich es aber genauso wichtig zu schauen, was sagt denn eigentlich die Wissenschaft dazu? 
Gibt es stichhaltige Belege, die zeigen, dass der Optimismus mir wirklich hilft, meine Ziele zu erreichen? 

Zukunftsträume alleine reichen nicht aus, um deine Ziele zu erreichen

In einer Studie* zeigte sich interessanterweise, dass Menschen, die sich für ein Gewichtsreduktionsprogramm angemeldet haben und dann sehr positiv darüber fantasierten abzunehmen, am Ende weniger Gewicht verloren haben! 

Positiv zu denken ist aber nicht schädlich – man muss nur eine Kleinigkeit dabei beachten 

In einer anderen Studie* wurden die Probanden in zwei Gruppen unterteilt: 

Die eine Gruppe hat nur positive Zukunftsfantasien induziert, die Kontrollgruppe hatte negative oder fragende Fantasien induziert.

Interessanterweise ging in der Gruppe mit den positiven Zukunftsfantasien die Energie für die Zielerreichung runter! 

Sie haben sich schon angekommen gewähnt und einfach entspannt. 

Problematisch wird diese innere Haltung, wenn dann wirklich ein Hindernis auftaucht und die Energie fehlt, dieses zu überwinden. 

Die Formel zur Wunscherfüllung: Positives Outcome + mögliche Hindernisse! 

Positive Zukunftsfantasien sind und bleiben wichtig. Sie sind Ausdruck unserer Bedürfnisse und geben uns und unserer Aufmerksamkeit eine Richtung vor (anstatt das wir einfach irgendwie durchs Leben purzeln). 

Sie können nur eben auch laut diesen Studien unsere Energie schwächen! 

Daher lautet die Empfehlung: 


Setze das, was dich an der Umsetzung hindern kann imaginativ gegen deine Zukunftsphantasie – so wächst deine Kraft zur Wunscherfüllung! 

Und das hat nichts mit Pessimismus oder Schwarzmalerei zu tun. Sondern bedient einfach den Realismus. 

Ein Segler geht ja auch nicht immer von bester Wetterlage aus, sondern checkt vorher den Wetterbericht. 

Bei Wünschen ist es wichtig, dass sie wirklich DEINE sind! 

Frag dich mal, ob das, dem du gerade nacheiferst, wirklich dein innigster Wunsch ist. Oder ob er von Außen induziert ist. 

Gerade durch die sozialen Medien bekommen wir viele angebliche Traumbilder vorgestellt und denken: 
„Genauso muss mein Leben auch sein!“ „Wenn ich das erst habe, dann bin ich glücklich“ 

Dieses „abhängige Glück“ wie es die Psychologen nennen, bringt einem aber gerade mal gar nichts. 

Viel besser ist es, dich wirklich aufrichtig zu fragen: 

Was will ICH eigentlich? 

Alles, wo du dann innerlich so ein Gefühl hast von „YAS! Das ist es!“ ist ein guter Wegweiser. 

Ein noch klarerer Wegweiser ist aber tatsächlich, wenn du bei einem Ziel, das du verfolgst, innerlich eine Art von Unbehagen oder Unwohlsein verspürst. 

Das ist meistens der beste Hinweis darauf, dass du nicht auf deinem Seelenweg bist, sondern ein fremdes Ziel verfolgst (dieses Unbehagen ist nicht zu verwechseln mit einer Art Muffensausen, weil dir dein Ziel oder dein Weg im ersten Moment vielleicht zu groß oder zu unerreichbar erscheint). 

Wünschen leicht gemacht 

Wünsche sind wichtig. 

Sie drücken aus, was unsere Bedürfnisse sind und was unser Seelenweg für uns in Petto hat. 

Deshalb sind sie auch so individuell und deshalb lohnt es sich auch, sich mit ihnen auseinander zu setzen.

Wichtig ist nur: Der Wunsch sollte machbar sein. 
Denke groß, aber auch im Rahmen des Machbaren (sonst kann es zu einem Überforderungsgefühl kommen).

Dann lasse deine inneren Filme abspielen! 
Geh hinein in den Wunsch, sehe ihn, höre ihn, spüre ihn. 

So konkret und so schön wie möglich! 

Frage dich: 

Was ist der beste Outcome, das beste Ergebnis, wenn ich mir den Wunsch erfüllt habe? 

Wie wird das sein? 
Wie fühlt sich das an? 
Wie bin ich dann? 
Wie gehe ich, wie spreche ich, wie kleide ich mich? 
Mit wem umgebe ich mich? 

Frage dich dann auch: 

Was ist eigentlich die Vision hinter meiner Vision? 
Warum will ich den Wunsch erfüllen? 
Was kommt danach? 

Und dann kommt das Hindernis! 

Was ist es was mich an der Erfüllung meiner Wünsche hindert? 

Frage dich: 

Gibt es etwas in mir, was mich daran hindert oder blockiert, diesen Wunsch zu erreichen? 

Habe ich unrealistische Erwartungen? 

Welche Glaubenssätze tauchen auf, die mich ausbremsen? 

usw. 

Stelle dir dann auch dieses Hindernis ganz konkret in deiner Fantasie vor, als Wort oder Bild. 

Das Schöne ist, dass dann die Lösung meist von ganz alleine auftaucht, in dem in Gedanken die Handlung erscheint, mit der du das Hindernis überwinden kannst. 

Aus dem Hindernis zauberst du einen konkreten Plan 

Wenn das Hindernis identifiziert ist und du die Ahnung einer Lösung hast, dann beginnst du ganz konkrete Handlungen zu beschreiben, wie du das Hindernis umschiffen kannst. 

Am besten packst du diese Handlung in einen „Wenn…. dann…“-Satz. 

„Wenn Hindernis X auftritt, dann mache ich Handlung Y.“

Beispiel: Wenn ich anfange mich mit niedlichen Katzenvideos von der Arbeit abzulenken, dann setze ich einen Timer auf 2 Minuten um das Video zu kucken, und dann beginne ich mit der Arbeit.


Jetzt gilt die alte Weisheit: Die Tat ist die Wahrheit einer Absicht. 

Also, Was ist dein konkreter Plan?! 😉

Ich wünsche dir viel Spaß und Leichtigkeit bei deiner Wunscherfüllung! 


Let the magic unfold 💫

Much Love

Friederike Sadhana 

*https://de.wikipedia.org/wiki/Gabriele_Oettingen

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